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Mathe? Ist cool!

 
08. Juni 2016
 
Für die einen ist es ein Horror, für die anderen die ultimative Herausforderung: Kaum ein Schulfach spaltet die Geister so sehr wie die Mathematik. Mathematikstudierende der Jacobs University und der Universität Bremen bieten im Haus der Wissenschaft einen Matheworkshop an. Gemeinsam mit Schülern lernen sie die Mathematik da kennen, wo sie am spannendsten ist und lösen Matheaufgaben – in ihrer Freizeit und kostenlos. Zu der von Dierk Schleicher, Mathematikprofessor an der Jacobs University, gemeinsam mit einem engagierten Team, ins Leben gerufenen Initiative gehören mehrere Gruppen, mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Altersklassen, die von mathematikbegeisterten Studierenden, Lehrern und Professoren in der Region begleitet werden. Warum sie das tun und weshalb sie die Mathematik so fasziniert, erklären Steffen Maaß und Michael Rothgang von der Jacobs University, die alle zwei Wochen samstags mit einer Schülergruppe der zehnten und elften Klasse mit Zahlen jonglieren – erneut wieder am 11. Juni.
    
Herr Maaß, Herr Rothgang: Was ist toll an Mathe?
Michael Rothgang: „Mathematik ist unglaublich facettenreich. Man kann eine Frage auf viele verschiedene Weisen lösen, der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Es gibt keine technischen Geräte, mit denen man kämpfen muss, ein Problem lässt sich allein durch Denken lösen. Manche hat niemand zuvor entschlüsselt. Wenn man dann die Lösung des Problems sieht und versteht, ist dies ein überwältigendes Gefühl.“
Steffen Maaß: „Ich finde Mathe cool, weil ich mich gerne mit Aufgaben beschäftige, die durch rationale Überlegungen gelöst werden können. Für mich bedeutet Mathe auch Gemeinschaft. Spannende Diskussionen mit Freunden sind ein wichtiger Teil beim Lösen von Aufgaben, sie führen oftmals zu ganz neuen Ideen.“
 
Warum engagieren Sie sich in dem Matheworkshop?
Rothgang: „Mich haben eine Reihe von Menschen für die Mathematik begeistert, darunter mein Mathelehrer in der Mittelstufe. Auch der Bremer Matheverein, der den Workshop organisiert, hat mir sehr geholfen, die reichhaltige Welt der Mathematik zu entdecken. Meine Begeisterung will ich an Jüngere weitergeben.“
Maaß: „Bei mir war es so, dass ich erst in der Oberstufe erlebt habe, wie spannend Mathe ist. Das war zu einem Zeitpunkt als ich selber an den Aktivitäten des Mathevereins teilnahm. Für mich sind die Matheworkshops eine tolle Möglichkeit, mit Schülern über unterhaltsame Probleme zu diskutieren und gemeinsam Lösungsmöglichkeiten zu erarbeiten.“
 
Wer kommt dort hin –  nur Mathe-Talente? 
Rothgang: „Kommen kann jede und jeder mit Freude an interessanten Denkaufgaben. Mit der Zeit lernt man natürlich gewisse Dinge, die dann beim Lösen der Aufgaben helfen. Aber es geht in erster Linie darum, gemeinsam Spaß an Mathematik zu haben und zu entdecken, wie spannend und faszinierend sie sein kann. Die Themen sind unterschiedlich – vor kurzem haben wir über das Schubfachprinzip gesprochen und über unendliche Mengen.“ 
Maaß: „Die Matheworkshops sind nicht nur für Schüler gedacht, die in der Schule schon immer gute Noten schreiben. Die Teilnehmer sollten aber Lust an mathematischen Konzepten haben und Neugier auf das Lösen neuer Problemstellungen mitbringen. Das Erlernen von mathematischen Methoden und der Austausch von mathematischen Argumenten in der Gruppe stehen im Vordergrund.“
 
Welche Bedeutung hat die Mathematik in Ihren Leben?
Rothgang: „Als Mathematikstudent prägt sie meinen Tag. An der Jacobs University gebe ich als Übungsleiter meine Erfahrung an jüngere Studierende weiter. Im vergangenen Sommer war ich an der Organisation einer mathematischen Sommerschule auf dem Campus beteiligt. Als Ausgleich spiele ich Ultimate Frisbee und Musik – etwa mit der Trompete in der Jazzband oder im Unichor.“
Maaß: „Gemeinsam mit Michael organisiere ich an der Jacobs University eine Mathe-Gesellschaft. Für mich ist Mathe auch immer verbunden mit Gesellschaft und dafür ist auch der Matheverein eine tolle Gelegenheit.“ 
 
Schon eine Vorstellung, was Sie nach dem Studium machen werden?
Maaß: „Nein, ich stehe am Anfang meines Studiums und habe noch keinen festen Plan.“
Rothgang: „Ich habe gerade meinen Bachelorabschluss gemacht und werde ab Oktober an der Berlin Mathematical School weiterstudieren, einer englischsprachigen Graduiertenschule. Im Moment kann ich mir sehr gut vorstellen, in der mathematischen Forschung zu bleiben, gerne auch mit Lehre verbunden, beispielsweise als Universitätsprofessor – mal sehen, wo es mich hinträgt.“
 
Weitere Informationen und Anmeldung zum Matheworkshop unter: